Frühlingserwachen 2022

Zuletzt bearbeitet am 2022-04-20

So sieht es hier aus, wenn der Frühling offiziell am 21.03. beginnt. Zur Erinnerung haben wir die Eindrücke des Tages festgehalten.
Der vergangene Winter war gefühlt länger, kälter und nasser als im Vorjahr. Nun startet mit den ersten warmen Sonnentagen alles durch.


l’incendio/ der Brand oder auch die Brandstiftung

Zuletzt bearbeitet am 2022-04-07

Eine der ersten Aktionen nach dem Kauf von Haus und Grund war das Freischneiden der Grundstücksgrenze. Laut Gesetz seien wir dazu verpflichtet, hieß es. Wir haben uns damals geärgert, als wir sahen, wie aufwändig das ist und dass nicht alle Nachbarn ihrerseits dieser Pflicht nachkommen. Heute sind wir froh darüber, dass wir es gemacht haben, denn:

Neben Mülltüten im Straßengraben werden auch Bauschutt und Grünabfälle gerne auf freien Grundstücken „zwischengelagert“. Solch ein freies Grundstück gehört einem unserer Nachbarn. Ob er selber oder andere die unendlichen Weiten nutzen, wissen wir nicht. Ein Spaziergang jenseits des Zauns in Höhe unserer vasca führt an diversen Haufen vorbei, geradezu pedantisch getrennt nach Ziegeln, Holz, alten Türen, aber auch Palmwedeln, Baumstämmen, Astsammlungen. Wenn der eine oder andere Haufen zu hoch wird, hilft Verbrennen und schon ist neuer Platz da!

Fatal ist es jedoch, wenn man dabei kein bißchen nachdenkt:
am vergangenen Freitag kamen wir am frühen Abend von einem gemütlichen Segelausflug mit der Akita zurück. Wir hatten schon auf der Fahrt zum Haus in der Ferne eine Rauchsäule gesehen: diese entpuppte sich beim Näherkommen als Brand an unserer oberen Grundstücksgrenze!
Irgendein Depp hatte dort tatsächlich den wilden Müll angezündet und sich nicht weiter gekümmert?!? Unfaßbar!

Am Ende ist alles gut ausgegangen: Dank unserer Brandschneisen, dem Einsatz von Angelika, Johannes, Klaus, Norbert und Ulli mit 75m-Bewässerungsschlauch und Wassereimern, der Hilfe der vigili del fuoco und glücklicher Winddrehungen, auch wenn die Entwarnung insgesamt gedauert hat.  

In der Folge wollen wir jetzt den Bakkie zum potentiellen Löschfahrzeug umrüsten, ein Zeichen am Tor aufstellen, damit wir schneller gefunden werden und den Nachbarn gehörig auf den Nerv gehen, bis sie sich um ihre Brandschneisen kümmern. Schauen wir mal, ob das klappt.

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Avocado pflanzen

CO2 und viele neue Bäume

Zuletzt bearbeitet am 2022-04-07

Campofelice di Roccella ist von Köln aus gesehen zugegebenermaßen nicht gerade um die Ecke: der Routenplaner gibt für die Strecke mit dem Auto 2.410 km an. Zusammen mit einer Fährfahrt ab Genua oder Livorno ist das gut machbar, genauso wie eine Reise mit dem Zug oder mit dem Fahrrad. Am schnellsten kommt man jedoch mit dem Flugzeug zu caffé und cornetto alla crema.

Aber egal, wie wir uns auf den Weg machen, produzieren wir CO2 und damit ein Treibhausgas, welches mithilft die Schutzschildwirkung unserer Atmosphäre so zu reduzieren, dass sich die Lebensbedingungen auf dem Planeten ändern werden.

Wer sich näher damit beschäftigen möchte, kann sich durch die diversen CO2-Rechner im Internet klicken und lernen seinen „CO2-footprint“ einzuschätzen. Wir haben das Klicken schon hinter uns und wissen seitdem, dass es gut ist für jeden Aufenthalt in Sizilien pro Person einen Baum zu pflanzen, um die Spuren der Reise zu verwischen. Büsche und Hecken zählen übrigens auch, ebenso wie unsere Bemühungen zum Humusaufbau.

Sabina, Phillip, Charlotte und Baby Jorin haben es uns schon nachgemacht und für ihren Besuch bei uns 2 Avocadobäume, eine Bergamotte und einen Fingerlime auf der Plantage gepflanzt.

Solltet Ihr ebenfalls Lust bekommen haben, Euren footprint bei uns zu hinterlassen, müsst Ihr vorbeikommen, ein Loch buddeln und einen (Oliven-) Baum pflanzen. Platz und Werkzeug haben wir.

… geht auch mit Namenszug und Avocado.


Olivenbaum Pflege

Zuletzt bearbeitet am 2022-03-04

Den Olivenbäumen gehts hier mächtig an den Kragen! Vater Carmelo und Sohn Salvo haben rechtzeitig zum Fest all die "naturbelassenen" Bäume auf dem Grundstück beschnitten, die im letzten Jahr noch nicht dran waren.

Vier Tage wüten sie mit ihren Motorsägen und hinterlassen die Plantage als Schlachtfeld. Auf dem Boden liegen weit mehr Olivenäste, als auf den Bäumen verblieben sind. Für uns heißt das: hoffen, dass sich die Bäume von dem Schreck erholen, Feuerholz sägen, dünnere Äste schreddern, den Rest verbrennen und alles zur Bodenverbesserung wieder unter den Bäumen verteilen. Geschätzte 2 Wochen Arbeit!

Zwischendrin gibt es zur Stärkung frisch gepressten Orangensaft= una spremuta, nach gusto mit oder ohne Zitronen, Zitronensafteiswürfel, Grapefruitsaft oder Campari. Weil danach immer noch so viele Orangen übrig sind, schmecken auch kandierte Orangenschalen, pur oder in Keksen, Orangenmarmelade und Orangenkuchen. Fermentierter Orangensaft als Fantaersatz ist bei uns geschmacklich durchgefallen und Orangenschalen kleinschneiden, um sie als Dünger zurück unter die Bäume zu werfen, ist bei der Menge an Schalen ziemlich viel Arbeit und beim Anblick der vergammelten Orangen dort auch irgendwie fragwürdig.

Im Moment arbeiten wir uns noch an den Fallobstbeständen ab.


Olivenernte 2021

Zuletzt bearbeitet am 2022-02-28

Vier Tage haben wir in diesem Jahr mit Hilfe von Bea, Hannes (Eintagshilfe), Johanna, Rolf und Vizi auf unserem Grundstück in Campofelice di Roccella/ Sizilien Oliven geerntet. Es ist schon unsere dritte Ernte gewesen, wir waren also bestens vorbereitet. Das Wetter hat uns diesmal von Regen über Sonnenschein und Starkwind so ziemlich alles geboten, worauf es Lust hatte. Wir haben uns davon aber nicht beeindrucken lassen.
Am Ende sind mit 1.045 kg handverlesenen Oliven 141 l grünes Gold in unsere Edelstahlfässer geflossen!

Kanister Beschriftung: Datum der Ernte / Liter Öl von der an dem Tag gepressten Ölmenge:

  • 27.10.2021 – 358 kg – 50 l
  • 28.10.2021 – 340 kg – 45 l
  • 29.10.2021 – 181 kg – 24 l, Regen
  • 3.+4.11.2021- 166 kg – 22 l, Starkwind.

Es handelt sich um Öl von naturbelassenen Olivenbäumen der Sorten Bianculiddu und Passalunara, handgepflückt, noch am selben Tag kaltgepresst und ungefiltert.

Wer Interesse an unserem Öl hat, meldet sich bitte bei > Ulli


Download: 54 seitiges PDF einer Präsentation (italienisch) zu „Förderung der Biologischen Vielfalt von Oliven …“ Von Francesco Scolio, Stefano la Malfade /Abteilung für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt, Universität von Catania


Olivenernten Sammlung

Für die Chronik: die Sammlung der verarbeiteten Olivenmengen im Frantoio Lo Re, Collesano. Der Abrechnungzettel von 2020 fehlt leider. Im Ergebnis hatten wir auch nur ca 42 l Olivenöl, viel zu wenig!


Apfel, Nuss und Mandelkern…

Zuletzt bearbeitet am 2022-02-28

Wildapfel Carrubo

was sich alles findet auf der Plantage und rund ums Rustico:

Azzeruolo Giallo/ Wildapfel und Carrubo/ Johannisbrot. Zwei der ältesten Früchte Siziliens, heute vergessen oder höchstens noch als Tierfutter genutzt. Dabei ist beides sehr geschmackvoll.
Carrubo wird auch bei Halsbeschwerden eingesetzt, hierfür einfach an der Schote knabbern. Aber Achtung: die kleinen Kerne in der Carruboschote sind extrem hart. Aus ihnen wird Johannisbrotkernmehl gemahlen, eine vegane Variante zur Gelatine.

Eine kurze Anekdote am Rande: es ist nachzulesen, dass die Kerne schon bei den Römern als Gewichtseinheit für edle Materialien genutzt wurden, da sie alle jeweils gleiche 0,2 g wiegen sollen. Die Römer nannten diese Gewichtskerne Kerat und daraus wiederum soll die Maßeinheit Carat für Diamanten entstanden sein. Auch wenn es vielleicht nicht wahr ist, ist es trotzdem eine schöne Geschichte und die Bäume werden beeindruckend groß!

pekannuesse

Erst Anfang diesen Jahres haben wir die beiden Pekannussbäume direkt am Haus kennen gelernt. Davor waren sie für uns „irgendwelche schattenspendenden Bäume mit komischen grünen Knubbeln“.
Witzig: im botanischen Sinne gehört die noce di pecan/ Pekannuss, zusammen mit Cashew, Kokosnuss, Pistazie und Mandel zu den „unechten“ Nüssen.
In diesem Herbst haben wir zwei volle Körbe dieser Nicht-Nüsse geerntet. Sie sind reif, wenn die grüne Schale beginnt aufzuplatzen.

Pekan mit Heuschrecke

… darauf warten, wie es scheint, auch andere!

Noci/ Walnüsse! Der Walnussbaum ist alt und musste für die optimale Ausrichtung unserer Richtantenne für das Internet in diesem Sommer auch schon ein paar Äste lassen.
Nichtsdestoweniger hat sich auch mit ihnen der Erntekorb für den Winter gefüllt.

Mandeln pflanzen

Mandorle dolci/ eigene Mandeln! Auf dem Grundstück stehen schon 3 alte Bäume, die aber leider etwas produktionsfaul sind. Damit Norbert in ca 2 Jahren (?) eigenes Marzipan herstellen kann, haben wir deshalb im November 7 neue Mandelbäumchen gepflanzt.

Pistacchio di Bronte: 3 weibliche und 1 männliche Pistazie warten noch darauf, ihre Wurzeln in der Plantage zu versenken. Wir haben sie im Oktober in Bronte, an den Westhängen des Etna, gekauft, DER Pistazienecke Siziliens. Hier wächst ein Großteil des gesamten italienischen Pistazienexports auf karstigem Boden voller schwarzer Vulkanasche. Wir sind gespannt, ob wir da mithalten können.

Kapokbaum in Blüte

Albero del Kapok/ Kapok! Mal nichts zum Essen, dafür schön anzusehen. Aus den avocadoähnlichen Kapokfrüchten quillt, wenn sie reif sind, ein wasserabweisendes Füllmaterial für Aussenkissen, Rettungsringe oder Schwimmwesten. Akita ist schließlich nicht weit weg.

Kapok bei Wikipedia


Kraut und Rüben

Zuletzt bearbeitet am 2022-03-06

Gemüsebeet

Unter Pippos Regie entsteht ein Gemüsebeet. „Das Beet“ sind am Ende „viele Beete“, die uns im Sommer und Herbst mit frischestem Gemüse versorgen:

Erntepaket

Erbsen, Bohnen aller Arten, Mais, Zucchini und Zucchiniblüten, mehrere Arten von Auberginen, Flaschenkürbis, Gurken, Paprika, kleine Pimientos de Padrón, Salate, Wassermelone, Knoblauch, Zwiebeln, Sellerie, Tomaten zum Einkochen und Tomaten zum Essen. Nicht zu vergessen: die Riesensonnenblumen, die wir laut Pippo dafür brauchen, die verschiedenen Gemüsearten voneinander zu trennen. Kräuter und Peperoncini gibt es aus dem Hochbeet am Rustico.

Wir kommen kaum mit dem Essen hinterher. Pippo bekommt seinen Anteil an Gemüse und Brennholz aus der Plantage im Sinne des Sharecroppings und Stachelschwein und Feldhase unterstützen uns auf ihre Weise, s.a. unter Wildleben. Eine wirklich gute Sache für alle.