Kirchenkunst

Kirchenkunst

Palermo und Umgebung

die Bildgewalt im Innern und an den Fassaden der Kirchen Palermos, wie sie in ganz Sizilien zu finden sind, ist überwältigend. Weit entfernt von der Nüchternheit romanischer Sakralaskese, wie wir sie aus unserer Heimatstadt Köln kennen. Es ist eine sinnliche und lebensnahe Bildwelt, die sich im unmittelbaren Austausch mit den Betrachtenden und ihrer irdischen Lebenserfahrungen befindet. Sehr direkt, sehr sinnlich und sehr faszinierend. Um die volle Bedeutung zu entschlüsseln ist es hilfreich, die Bezüge zur christlichen Mythologie zu kennen.

Einige willkürlich gewählte Beispiele in der anliegenden Bilder-Galerie. Wer sie in Realiter finden will, muss sich selber auf die Suche machen.

Strassenkunst

Straßenkunst

Palermo

ist eine faszinierende Stadt mit sehr vielen Facetten, die zu erkunden etwas Mühe macht, die zu investieren sich aber auf jeden Fall lohnt. Neben den vielen Kirchen, den Altstadtvierteln, den Märkten und Millieus gibt es etwas, was sehr auffällt: die Bearbeitung von Hauswänden mit Bildern durch Künstlern, die es vermögen einer tristen Ruine Poesie zu verleihen. Hier ist eine Auswahl dieser fanatstischen Gemälde zu finden, die unsystematisch zusammengetragen wurden und laufend ergänzt wird.

Straßenkunst

Geschichten und Geschichte

Gibellina

Gibellina ist ein Ort im Westen Siziliens im Belice Tal. Am 15.Januar 1968 wurde das Städtchen bei einem Erdbeben völlig zerstört. Hunderte Menschen starben. In der Folge passierten zwei Aktionen: dem zerstörten Ort wurde in den 90ziger Jahren von Alberto Burri ein Denkmal gesetzt und ca 13km westlich davon entfernt eine neue Heimat für die betroffenen Menschen geschaffen.

Gibellina Vecchia

Gibellina Vecchia

In der Ferne, kurz unter dem Horizont, ungefähr in der Mitte des Bildes, ist eine weiße Fläche zu erkennen: Gibellina Vecchia.

Das ortsidentische Mahnmal von Alberto Burri aus Weißbeton ist surreal und konkret zugleich. ….. genau wie die Piazza Joseph Beuys in Gibellina Nuova (s.u.).

Gibellina Nuova

wurde genauso kompromisslos geplant wie das Mahnmal von Burri sich präsentiert. Die damalige Elite europäischer Architekten wie z.B. Rob Krier, O.M. Ungers, P. Consagra, A. Pomodoro, R. Guttuso hatte ihrer Vorstellung einer idealen urbanen Siedlung auf dem Land eine Gestalt gegeben. Dies ist nicht auf Gegenliebe bei den Einheimischen gestoßen. Da half es auch nicht, dass Joseph Beuys Bäume gepflanzt hat. Woraufhin aber immerhin ein zentraler Platz am Zugang zur Siedlung nach ihm benannt wurde.

Es kann sehr eindringlich erfahren werden, dass die gut gemeinte Idee, eine neue Welt ohne Bindung an traditionelle und lokale Strukturen schaffen zu wollen, schnell scheitern kann. Bruch statt Transformation funktioniert nicht. Ein Dialog zwischen Tradition und Fortschritt ist notwendig. Auch wenn der Marktplatz historische Typologien bemüht, bleibt er abstrakt und blutleer. Es ist nicht vorstellbar, dass dort lebendiges Leben stattfindet.

Aber Scheitern ist auch eine wichtige Erfahrung. Es lohnt sich den Ort anzuschauen und nachzuspüren wie man selbst auf die gutgemeinten Ideen reagiert.

Weitere Informationen über diese Links:
Wikipedia > Gibellina
Download > Gibellina in der Baunetzwoche #556 vom 23. April 2020 (pdf)


Das Projekt

Die Idee von a-casa-ccio

A casaccio ist ein italienischer Begriff für verschiedene Inhalte. leo.org nennt 4 Bedeutungen: „aufs Geratewohl“, „ins Blaue“, „querbeet“ oder „wie Kraut und Rüben“. Gleichzeitig steckt das Wort casa = Haus darin. Die gespreizte Schreibweise drückt diese Mehrdeutigkeit aus.

Aber wichtig ist: die verschiedenen Bedeutungen sind Programm. Es ist ein Projekt, das, lokalisiert an den nördlichen Ausläufern der Madonien im Anblick des Tyrrhenischen Meers, der örtlichen Kultur Respekt zollt und Neugier auf die unendliche Vielfalt Siziliens machen soll. Der Zugang zu den spannenden Entdeckungen gelingt nach unserer Überzeugung am Besten, wenn sie „auf Geratewohl“ also a casaccio erfolgen. Ohne ausgearbeiteten Plan, auf den Zufall vertrauend… so wie meist im richtigen Leben… wenn man offen für Neues ist.

Für die Befriedigung der Neugier und als Anregung für ein genaueres Hinschauen dient als Basis das Projekt A Casaccio. Einerseits kann auf dem 2,4 ha großen Gelände die sizilianische Kultur des Landbaus erfahren und praktiziert werden. Andererseits ist das Rustico Ausgangspunkt für Forschungen und Expeditionen ins weitere und nähere Umfeld. Mit Rustico bezeichnen wir die bauliche Anlage auf dem Grundstück, unser Zuhause, wo wir uns auf Gäst:innen und Besucher:innen freuen.

Der Weg zu uns >


Wildleben

Der Retter der Bienen

Ape Nero Sicula, eine Bienenart, die von Afrika nach Sizilien eingewandert ist und vielleicht das Potential hat das Überleben der Bienen insgesamt zu sichern, da sie in friedlicher Koexistenz mit der gefürchteten Varroamilbe leben kann:

Ihr Entdecker, Carlo Amodeo, lebt nicht weit entfernt von uns entfernt in Termini Imerese. Er versucht seit ca 15 Jahren schon die Bienen sortenrein zu vermehren und kümmert sich aktuell um 2.500 Bienenstöcke. Wir sind sehr daran interessiert, genauso wie Prinz Charles, das ein oder andere Bienenvolk von ihm zu bekommen. Als wir im vergangenen Frühjahr deswegen bei ihm waren, haben wir gelernt, dass er erst einen Blick auf unser Land werfen möchte, um sicher zu gehen, dass die Bienen bei uns ausreichend Wasser und Nahrung finden können. Wirklich fürsorglich!

https://www.amodeocarlo.com/it/