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Kirchenkunst

Kirchenkunst

Palermo und Umgebung

die Bildgewalt im Innern und an den Fassaden der Kirchen Palermos, wie sie in ganz Sizilien zu finden sind, ist überwältigend. Weit entfernt von der Nüchternheit romanischer Sakralaskese, wie wir sie aus unserer Heimatstadt Köln kennen. Es ist eine sinnliche und lebensnahe Bildwelt, die sich im unmittelbaren Austausch mit den Betrachtenden und ihrer irdischen Lebenserfahrungen befindet. Sehr direkt, sehr sinnlich und sehr faszinierend. Um die volle Bedeutung zu entschlüsseln ist es hilfreich, die Bezüge zur christlichen Mythologie zu kennen.

Einige willkürlich gewählte Beispiele in der anliegenden Bilder-Galerie. Wer sie in Realiter finden will, muss sich selber auf die Suche machen.

Rustico Fernsicht Lecker

Aus der Versuchsküche

In der großen Küche kann ausprobiert werden, was man mit all den Köstlichkeiten ums Rustico herum machen kann. Ständig wird eingekocht, gebrutzelt, genascht, abgefüllt, verteilt, vermischt, gebacken, gebraten, gegrillt, abgeschmeckt, nachgewürzt und natürlich auch gerne gegessen.

Die beliebtesten Leckereien beschreiben wir hier noch ausführlicher, bis dahin müssen die Bilder reichen.


Strassenkunst

Straßenkunst

Palermo

ist eine faszinierende Stadt mit sehr vielen Facetten, die zu erkunden etwas Mühe macht, die zu investieren sich aber auf jeden Fall lohnt. Neben den vielen Kirchen, den Altstadtvierteln, den Märkten und Millieus gibt es etwas, was sehr auffällt: die Bearbeitung von Hauswänden mit Bildern durch Künstlern, die es vermögen einer tristen Ruine Poesie zu verleihen. Hier ist eine Auswahl dieser fantastischen Gemälde zu finden, die unsystematisch zusammengetragen wurden und laufend ergänzt wird.

Straßenkunst

Rustico

Eindrücke und Ausblicke vom Rustico


Rustico Fernsicht Besucher:innen

Besucher:innen

Plantage

Olivenernte 2021

Vier Tage haben wir in diesem Jahr mit Hilfe von Bea, Hannes (Eintagshilfe), Johanna, Rolf und Vizi auf unserem Grundstück in Campofelice di Roccella/ Sizilien Oliven geerntet. Es ist schon unsere dritte Ernte gewesen, wir waren also bestens vorbereitet. Das Wetter hat uns diesmal von Regen über Sonnenschein und Starkwind so ziemlich alles geboten, worauf es Lust hatte. Wir haben uns davon aber nicht beeindrucken lassen.

Am Ende sind mit 1.045 kg handverlesenen Oliven 141 Liter grünes Gold in unsere Edelstahlfässer geflossen

Kanister Beschriftung: Datum der Ernte / Liter Öl von der an dem Tag gepressten Ölmenge:

  • 27.10.2021 – 358 kg – 50 l
  • 28.10.2021 – 340 kg – 45 l
  • 29.10.2021 – 181 kg – 24 l, Regen
  • 3.+4.11.2021- 166 kg – 22 l, Starkwind.

Es handelt sich um Öl von naturbelassenen Olivenbäumen der Sorten Bianculiddu und Passalunara, handgepflückt, noch am selben Tag kaltgepresst und ungefiltert.

Wer Interesse an unserem Öl hat, meldet sich bitte bei > Ulli


Download: 54 seitiges PDF einer Präsentation (italienisch) zu „Förderung der Biologischen Vielfalt von Oliven …“ Von Francesco Scolio, Stefano la Malfade /Abteilung für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt, Universität von Catania


Ernte 2025 …

Plantage

Olivenernten Sammlung

Für die Chronik: die Sammlung der verarbeiteten Olivenmengen im Frantoio Lo Re, Collesano. Der Abrechnungzettel von 2020 fehlt leider. Im Ergebnis hatten wir auch nur ca 42 l Olivenöl, viel zu wenig!


Plantage

Apfel, Nuss und Mandelkern…

Wildapfel Carrubo

was sich alles findet auf der Plantage und rund ums Rustico:

Azzeruolo Giallo/ Wildapfel und Carrubo/ Johannisbrot. Zwei der ältesten Früchte Siziliens, heute vergessen oder höchstens noch als Tierfutter genutzt. Dabei ist beides sehr geschmackvoll.
Carrubo wird auch bei Halsbeschwerden eingesetzt, hierfür einfach an der Schote knabbern. Aber Achtung: die kleinen Kerne in der Carruboschote sind extrem hart. Aus ihnen wird Johannisbrotkernmehl gemahlen, eine vegane Variante zur Gelatine.

Eine kurze Anekdote am Rande: es ist nachzulesen, dass die Kerne schon bei den Römern als Gewichtseinheit für edle Materialien genutzt wurden, da sie alle jeweils gleiche 0,2 g wiegen sollen. Die Römer nannten diese Gewichtskerne Kerat und daraus wiederum soll die Maßeinheit Carat für Diamanten entstanden sein. Auch wenn es vielleicht nicht wahr ist, ist es trotzdem eine schöne Geschichte und die Bäume werden beeindruckend groß!

pekannuesse

Erst Anfang diesen Jahres haben wir die beiden Pekannussbäume direkt am Haus kennen gelernt. Davor waren sie für uns „irgendwelche schattenspendenden Bäume mit komischen grünen Knubbeln“.
Witzig: im botanischen Sinne gehört die noce di pecan/ Pekannuss, zusammen mit Cashew, Kokosnuss, Pistazie und Mandel zu den „unechten“ Nüssen.
In diesem Herbst haben wir zwei volle Körbe dieser Nicht-Nüsse geerntet. Sie sind reif, wenn die grüne Schale beginnt aufzuplatzen.

Pekan mit Heuschrecke

… darauf warten, wie es scheint, auch andere!

Noci/ Walnüsse! Der Walnussbaum ist alt und musste für die optimale Ausrichtung unserer Richtantenne für das Internet in diesem Sommer auch schon ein paar Äste lassen.
Nichtsdestoweniger hat sich auch mit ihnen der Erntekorb für den Winter gefüllt.

Mandeln pflanzen

Mandorle dolci/ eigene Mandeln! Auf dem Grundstück stehen schon 3 alte Bäume, die aber leider etwas produktionsfaul sind. Damit Norbert in ca 2 Jahren (?) eigenes Marzipan herstellen kann, haben wir deshalb im November 7 neue Mandelbäumchen gepflanzt.

Pistacchio di Bronte: 3 weibliche und 1 männliche Pistazie warten noch darauf, ihre Wurzeln in der Plantage zu versenken. Wir haben sie im Oktober in Bronte, an den Westhängen des Etna, gekauft, DER Pistazienecke Siziliens. Hier wächst ein Großteil des gesamten italienischen Pistazienexports auf karstigem Boden voller schwarzer Vulkanasche. Wir sind gespannt, ob wir da mithalten können.

Kapokbaum in Blüte

Albero del Kapok/ Kapok! Mal nichts zum Essen, dafür schön anzusehen. Aus den avocadoähnlichen Kapokfrüchten quillt, wenn sie reif sind, ein wasserabweisendes Füllmaterial für Aussenkissen, Rettungsringe oder Schwimmwesten. Akita ist schließlich nicht weit weg.

Kapok bei Wikipedia


Geschichten und Geschichte

Gibellina

Gibellina ist ein Ort im Westen Siziliens im Belice Tal. Am 15.Januar 1968 wurde das Städtchen bei einem Erdbeben völlig zerstört. Hunderte Menschen starben. In der Folge passierten zwei Aktionen: dem zerstörten Ort wurde in den 90ziger Jahren von Alberto Burri ein Denkmal gesetzt und ca 13km westlich davon entfernt eine neue Heimat für die betroffenen Menschen geschaffen.

Gibellina Vecchia

Gibellina Vecchia

In der Ferne, kurz unter dem Horizont, ungefähr in der Mitte des Bildes, ist eine weiße Fläche zu erkennen: Gibellina Vecchia.

Das ortsidentische Mahnmal von Alberto Burri aus Weißbeton ist surreal und konkret zugleich. ….. genau wie die Piazza Joseph Beuys in Gibellina Nuova (s.u.).

Gibellina Nuova

wurde genauso kompromisslos geplant wie das Mahnmal von Burri sich präsentiert. Die damalige Elite europäischer Architekten wie z.B. Rob Krier, O.M. Ungers, P. Consagra, A. Pomodoro, R. Guttuso hatte ihrer Vorstellung einer idealen urbanen Siedlung auf dem Land eine Gestalt gegeben. Dies ist nicht auf Gegenliebe bei den Einheimischen gestoßen. Da half es auch nicht, dass Joseph Beuys Bäume gepflanzt hat. Woraufhin aber immerhin ein zentraler Platz am Zugang zur Siedlung nach ihm benannt wurde.

Es kann sehr eindringlich erfahren werden, dass die gut gemeinte Idee, eine neue Welt ohne Bindung an traditionelle und lokale Strukturen schaffen zu wollen, schnell scheitern kann. Bruch statt Transformation funktioniert nicht. Ein Dialog zwischen Tradition und Fortschritt ist notwendig. Auch wenn der Marktplatz historische Typologien bemüht, bleibt er abstrakt und blutleer. Es ist nicht vorstellbar, dass dort lebendiges Leben stattfindet.

Aber Scheitern ist auch eine wichtige Erfahrung. Es lohnt sich den Ort anzuschauen und nachzuspüren wie man selbst auf die gutgemeinten Ideen reagiert.

Weitere Informationen über diese Links:
Wikipedia > Gibellina
Download > Gibellina in der Baunetzwoche #556 vom 23. April 2020 (pdf)